
Dieses Jahresportfolio-Update versammelt Arbeiten aus einem Jahr voller Begegnungen, Wege und gemeinsamer Zeit. Es ist eine erzählerische Rückschau auf die Projekte, die 2025 für mich prägend waren.
Entstanden sind sie in unterschiedlichen Kontexten – journalistisch, kulturell, politisch. Verbunden sind sie durch eine Haltung: aufmerksam zuzuhören, genau hinzusehen und Komplexität auszuhalten, ohne sie zu vereinfachen.
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I. VERWURZELT
LANDSCHAFT UND ERINNERUNG
Florida Highwaymen
Sie versuchten ihr Glück in einer Zeit, die ihnen wenig Glück versprach:
„The Highwaymen“ ist der Name einer Bewegung afroamerikanischer Landschaftsmaler, die in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Ostküste Floridas entstand – als die Rassentrennung noch vorherrschte. - Mare Magazin
Journalistin: Andrea Walter
Fotoredakteurin: Anastasia Hermann






II. BEGEGNUNG
GELEBTE DEMOKRATIE
Bürger für Bürger Stiftung
Im Rahmen der Initiative Zukunftswege Ost habe ich Menschen und zivilgesellschaftliche Projekte in mehreren Regionen Ostdeutschlands begleitet, die sich für demokratische Kultur, Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Die Initiative bündelt private Mittel in einem Gemeinschaftsfonds und fördert niedrigschwellig lokale Ideen, die Austausch, Dialog und partizipative Prozesse stärken.




The Arch verbindet traditionelles Handwerk mit sozialer Teilhabe und schafft Begegnungsräume in der ländlichen Region.




Der Forster Frauenstammtisch schuf im Rahmen der Orange Days einen geschützten Raum, in dem Frauen und Kinder ihre Haltung gegen Gewalt sichtbar und selbstbestimmt ausdrücken konnten.

Beim Kunst- und Kulturverein Zella-Mehlis entstand mit „Erzähl uns von heute“ ein gemeinschaftlicher Erzählraum, in dem Musik, Wort und Publikum zu einer gemeinsamen Geschichte zusammenfinden.




Wirklich // Wahr -Demokratie
Im Rahmen des Magazins wirklich//wahr habe ich die fotografische Arbeit und die Bildredaktion übernommen. Das Projekt versammelt eine junge Redaktion welche ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammeln möchte und bietet die Möglichkeit sich im Magazinjournalismus auszuprobieren. Thema der Ausgabe war Demokratie. Zwei Wochenenden lang haben wir gemeinsam in Bonn und Wiesbaden gearbeitet, Texte gesichtet, ausgewählt und visuell zusammengeführt.
Die Geschichten die dabei entstanden sind handeln von persönlichen Perspektiven, Einblicke in gemeinnütziges Engagement bis hin zu kritischen Reflexionen über Ängste und gesellschaftliche Herausforderungen. - Medienebene





III. BRUCH
FLUCHT

Bei meiner Reise nach Armenien habe ich geflüchtete Familien aus Bergkarabach in der Region Vayots Dzor sowie junge Menschen in Gyumri fotografisch begleitet.
Ziel war es, authentische Geschichten und visuelle Reportagen zu sammeln, die das Leitwort der Spendenkampagne „Zusammenwachsen – damit Europa menschlich bleibt“ tragen.- Renovabis
Journalist: Daniel Pelz









IV. STIMME
EINE EIGENE SPRACHE FINDEN
Im Laufe des Jahres habe ich verschiedene kreative Menschen portraitiert – Autor:innen, Künstler:innen und Denker:innen – für Magazine und Verlage.



Ma Thida - Autorin im Exil - PEN Deutschland


Autorin Lilly Brett für DIE ZEIT

Künstler Armin Boehm für ZEIT Verbechen


Autorin Deborah Feldmann für De Morgen


Autorin Son Lewandowski für den Klett-Cotta Verlag



Autorin Anja Kampamann für den Hanser Verlag
V. ÖFFENTLICHKEIT
RÄUME FÜR DEBATTE
Gegen die Vollverblödung
Immer atemloser und hasserfüllter wird Politik bewertet. Aber bei Phoenix bleiben sie auch mal elf Stunden auf Sendung, um Demokratie zu erklären. Nur, wie lange noch? Über den wahren Wert von ein paar Cent Rundfunkgebühr.- Süddeutsche Zeitung
Journalistin: Holger Gertz
Fotoredakteurin: Stefanie Preunin





"Bundeswehr-Crashkurs"
Als Quereinsteiger bei der Bundeswehr lernen Bundeswehr-Reservisten zu schießen und Gebäude zu sichern. Was treibt sie an? - Stern
Journalistin: Doris Schneyink
Bildredakteurin: Orsolya Groenewold






VI. RESONANZ
DER EIGENE WEG
Walk good; Be kind - AFF Galerie
Nach 82 Tagen zu Fuß durch Deutschland hielten wir kurz Inne: Im Oktober zeigten Philipp Czampiel und ich unsere Arbeiten in der AFF Galerie. Begegnungen, Gespräche, Bilder – gespiegelt im Raum der Ausstellung. Es war kein Abschluss, sondern ein kurzes Anhalten und betrachten von dem was auf unserer Wanderung von Ost nach West entstanden ist.



Zwischen wild ineinander rankenden Gemüsesorten lehnt sich Schwester Theona nach vorne: „Einheit entsteht in uns selbst, indem wir aufeinander zulaufen, uns aufeinander zubewegen. Einheit kann im Alltäglichen entstehen, mit jeder Berührung. Jede Begegnung hat die Chance zur Einheit.“
Kürbis und Bohne haben das schon längst verstanden.





Ausstellungskatalog „Walk Good; Be Kind“
CORRECTIV x JIVE LABS
Außerdem standen Philipp Czampiel und ich bei der Correctiv Lokalkonferenz in Erfurt zusammen auf der Bühne und haben eine erzählerische Performance über unser Projekt „Walk Good;Be Kind“ aufgeführt.



"Seit einem Jahr bin ich auf den Beinen. 82 Tage zu Fuß. Von Ost nach West, von Gespräch zu Gespräch. Und ich erinnere mich daran, was mir alles aufgefallen ist: Dass Menschen helfen wollen. - Man fragt nach einem Glas Wasser und bekommt einen Schlafplatz.
Dass sie erzählen wollen – von Ängsten, Hoffnungen, Brüchen. Dass es nicht ums Haben geht. Sondern ums Teilen. Wer sagt, er vertraue niemandem, spricht selten von Gleichgültigkeit. Häufig ist es der Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses nach Vertrauen.
Vertrauen ist nie selbstverständlich. Es braucht Zeit. Es braucht Offenheit. Und: ein Gegenüber.
Einheit ist kein Zustand. Sie ist eine Bewegung. Ein ständiges Aufeinander-Zugehen. Ein Versuch, Brücken zu bauen – auch dort, wo vorher nur Mauern standen.
Jede Begegnung ist eine Chance auf Einheit.“
-Text aus der Performance

VII. WEITERGEHEN
Süd - Nord Wanderung
Im April schnüre ich die Wanderschuhe erneut und laufe diesmal von Süd nach Nord – von Oberstdorf bis nach Sylt. Die Dynamik bleibt dieselbe: Zeit lassen, zuhören, da sein.
Die Wanderung versteht sich als Erweiterung der Ost-West-Reise – ein weiterer Blick auf Deutschland, der das Erlebte zusammenführt. Was daraus entsteht, wird sich unterwegs zeigen.


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit –
und auf ein Wiedersehen in diesem Jahr.